Das Geheimnis hinter dem Dritten Ort ... Warum jeder ihn entdecken sollte?

Shownotes

Im LOGO Podcast "Was glaubst du denn?" gehen Katrin Wolf und Jutta Lehnert gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise rund um den christlichen Glauben. Mit einem neugierigen Blick und einer tiefen Verwurzelung in biblischem Wissen beleuchten sie aktuelle Fragen und zeitlose Themen.

In dieser Folge geht es um den Dritten Ort. Was ist der Dritte Ort und was verbirgt sich hinter dem Ersten und dem Zweite Ort? Wie können solche „Dritten Orte“ entstehen und kann ich sie für mich oder andere selbst schaffen? Lass dich überraschen, wie die Bibel damit zusammenhängt und erfahre, warum diesen Dritten Ort wirklich jeder für sich entdecken sollte!

Katrin Wolf, Schauspielerin, Künstlerin und Journalistin, hinterfragt mit Neugierde und Offenheit die Grundlagen des Glaubens. Jutta Lehnert, Theologin und erfahrene Pastoralreferentin, bringt ihre Leidenschaft für die Bibel und ihr Engagement aus der Jugendarbeit mit ein.

Freue dich auf eine unterhaltsame, inspirierende und tiefgründige Mischung aus Gesprächen über Glauben, Alltag und persönliche Erfahrungen. Entdecke mit uns, was der Glaube heute bedeuten kann – und wie er deinen Alltag bereichern kann.

Höre rein und lasse dich inspirieren!

Mehr Inspirationen und Impulse findest Du auch unter: www.logo-buch.de/logo-aktiv/

Transkript anzeigen

00:00:01: Was glaubst du denn?

00:00:02: Wir sind's wieder und wir suchen Antworten in den heiligen Schriften auf Fragen von heute.

00:00:07: Und wir sind ...

00:00:08: Jutta Lehnert, Theologin.

00:00:09: Katrin Wolfs, Journalistin und Künstlerin.

00:00:12: Wir haben letztes Mal versprochen, heute geht es um den dritten Ort.

00:00:15: Hört sich sehr geheimnisvoll an!

00:00:17: Jutta, was bitte ist der dritte Ort und was ist dann erst der zweite?

00:00:23: Ja also die Idee oder Theorie stammt von Ray Oldenburg ein amerikanischer Soziologe.

00:00:28: Er hat in den Achtzigerjahren, neunziger Jahre hat er in den amerikanischen Vorstätten Untersuchungen durchgeführt und ihm ist eine zunehmende Vereinsamung von Menschen aufgefallen.

00:00:42: Also das Thema Einsamkeit ist ja bei uns leider auch hoch aktuell?

00:00:45: Ja wird bei uns immer aktueller oder immer schärfer.

00:00:49: stellt sich das wohl also nicht nur bei alten Leuten?

00:00:52: früher hat man das eher bei älteren Leuten.

00:00:54: Wir schaffen

00:00:54: alle Möglichkeiten zur Begegnung ab!

00:00:56: Genau.

00:00:57: Und er hat das also beobachtet und hat dann die Lebenssituation von Menschen in verschiedene Orte eingeteilt, der erste Ort wäre also der Wohnort, die Familie, das Zuhause.

00:01:12: Da ist man ja bestimmten Rollenerwartungen ausgesetzt, von bestimmten Dingen geprägt.

00:01:16: Der zweite Ort ist der Arbeitsplatz.

00:01:20: Der kann ja schön und befreiend und gut sein aber meistens ist es auch nicht sondern ein gewisser Druck geht unter Umständen vom Arbeitsplatz

00:01:28: aus.

00:01:28: Oder eben auch Schule oder Uni, also dieser Ort

00:01:32: wo wir tätig sind.

00:01:34: Und daraus hat er die Notwendigkeit konstruiert eines sogenannten dritten Ortes.

00:01:41: und er nennt diesen dritten Ort ganz bewusst... Also es hat ja so was Magisches, was Märchenhaftes.

00:01:49: Er nennt ganz bewusst diesen Dritten Ort Als einen Ort den alle Menschen brauchen.

00:01:54: Also der dritte Ort muss neutraler Boden sein, also ohne feste Erwartungen an die Menschen.

00:02:01: Es muss gleichberechtigt sein als dürfen keine Hierarchien vorkommen!

00:02:05: Es muss kostenlos sein, kein Café wo man ein Kaffee bezahlen muss und was Geld kostet oder eine Tanzveranstaltung wo es Eintritt kostet... und es muss leicht erreichbar sein.

00:02:16: Es geht also um Treffen von Menschen, Menschen unterschiedlicher Art und Weise kommen zusammen und begegnen sich vorurteilsfrei gleichberechnet und es müssen ein bisschen organisiert

00:02:28: sein.".

00:02:28: Also das wollte ich gerade fragen!

00:02:29: Das ist jetzt nicht einfach zum Beispiel irgendwie eine Kirche wo ich zum Beten hingehe oder einen Wald zum spazieren sondern es ist schon ganz bewusst ein Ort zu schaffen an dem Menschen sich dann auch begegnern oder gemeinsam etwas tun

00:02:42: sich engagieren oder zusammenkommen.

00:02:44: Also die Kirche, da wären die Rollen ja schon wieder verteilt oder die Erwartungen klar.

00:02:49: Ich mache mal ein Beispiel Es gibt zum Beispiel in Mainz einen Lesetreff also Leute das hat jemand dann natürlich den Punkt ausgemacht über WhatsApp-Gruppe oder was?

00:03:00: Oder öffentlich ausgeschrieben Da sitzen Leute bringen ihr Lieblingsbuch und sitzen erstmal eine halbe Stunde da Und jeder liest mal sein Buch!

00:03:10: Lust und Zeit ist, dann spricht man einfach darüber.

00:03:13: Es kann ein Spaziergehen treffs.

00:03:14: Ein Menschen können einfach dazukommen.

00:03:17: Es wird niemand ausgegrenzt es wird niemand bevorzugt.

00:03:20: Es gibt wie gesagt keine Raschinen.

00:03:22: Es muss gleichberechtigt zu gehen also solche dritten Orte während zu schaffen.

00:03:27: es gibt sie schon.

00:03:28: ja es gibt schon Ideen aber Sie müssen auch hergestellt werden und zwar geht Reoldenburg davon aus nur so ohne Voreingenommenheit, ohne festgefügte Erwartungshaltung.

00:03:42: Ohne Druck können Menschen sich von Mensch zu Mensch begegnen und das ist das was wir brauchen.

00:03:50: Also

00:03:50: diese Orte!

00:03:51: Menschen brauchen Menschen.

00:03:54: Das ist es worum es geht um... Aneinander neue Erfahrungen zu schenken, zu ermöglichen.

00:04:00: Neue Begegnungen offen zu sein und dann lernt man vielleicht auch neue Ideen spinnen.

00:04:05: also der Kopf wird frei.

00:04:07: es gibt es gibt Ermutigung Es gibt ein Atemholen ein Aufatmen.

00:04:13: das ist die Idee dahinter der dritte Ort als etwas Noch zu Bestimmendes.

00:04:18: Also was Menschen auch selbst gestalten, jeder darf mitmachen ist eingeladen.

00:04:22: Ja aber ich habe ja gesagt wir suchen Antworten in den heiligen Schriften.

00:04:26: Was hat jetzt diese Forschung aus den?

00:04:37: Den Gottesnamen nicht festlegt.

00:04:39: Die Hebräische Bibel hat viele Namen für Gott, die Übersetzungen bringen das nicht immer so rüber aber wenn man im hebräischen Text liest dann merkt man dass Gott ganz viele Bezeichnungen hat weil das jüdische sich ja scheut davor Gott mit einen festen Namen zu belegen

00:04:56: Weil ein fester Name ist zu klein macht.

00:04:58: Das ist das eine.

00:04:59: und zweitens.

00:05:00: Ein Name ist auch ein Teil einer Verfügbarkeit, und Gott muss unverfügbar bleiben für uns Menschen.

00:05:05: Und Einer der vielen Namen Gottes ist Ha-Ma-Kom Hebräisch auf Deutsch übersetzt Der Ort Also Gott als einen Ort zu benennen an dem ich mich sicher fühle, an dem Ich mich wohl fühle.

00:05:21: Gott wird also Ort beschrieben, so ähnlich wie eben die Idee von Roy Oldenburg.

00:05:26: Menschen kommen zusammen.

00:05:28: ich fühle mich wohl an diesem Ort und es gibt einen Psalm der beschreibt diesen Ort Gottes.

00:05:36: ganz schön.

00:05:37: das ist der berühmte Psalmtreinzwanzig.

00:05:39: Ich lese ihn mal vor weil es ist so schön und vielleicht ist er ja auch bekannt und ihnen einmal in einer neuen Übersetzung zu hören ist vielleicht auch schön.

00:05:50: Er ist überschrieben, Gott isst man Hirte.

00:05:53: Das ist natürlich

00:05:53: auch ein bisschen

00:05:54: poetisch ja?

00:05:56: Aber hier wird Gott zu einem Ort!

00:05:59: Gott weidet mich.

00:06:00: mir fehlt es an nichts.

00:06:02: Auf grüner Wiese lässt Gott mich lagern.

00:06:05: Zu Wassern der Ruhe leitet Gott mich sanft.

00:06:09: Lebendigkeit kehrt zurück.

00:06:12: Gott führt mich auf gerechten Spuren.

00:06:14: so liegt es im Namen Gottes Wenn Finsternis tief meinen Weg umgibt.

00:06:20: Böses fürchte ich nicht.

00:06:22: Ja du bist bei mir?

00:06:24: Dein Stab und deine Stütze, sie lassen mich aufatmen!

00:06:29: Du bereitest ein Tisch vor mir, denen gegenüber die mich bedrängen.

00:06:34: Mit Öl sagst du mein Haupt.

00:06:37: Mein Becher fließt über.

00:06:40: Nur Gutes und Freundlichkeit werden mir alle Tage meines Lebens folgen Und Ich werde in das Haus Gottes einkären Für die Dauer meines Lebens.

00:06:53: Das ist der Psalm XXIII, also Jahrtausende altes Gebet.

00:07:00: Und moderne Theologen denken da er zunächst entstanden ist als Gebet eines Menschen auf der Flucht war – als ein Flohr in der Sklave oder ansonsten aus anderen Gründen auf der flucht und dann im Haus in Tempel einkehren durfte, denn der Tempel war ein Asyl.

00:07:21: Da durfte kein Staat hingreifen und einen wegnehmen so ähnlich wie Kirchenasyl heute.

00:07:29: Ich finde das spannend weil wir sind ja auf der Suche nach Antworten und wenn ich jetzt zum Beispiel so ein Psalm höre und die Bilder die entstehen also man kann da ja wie so ein Film in sich ablaufen lassen, der natürlich viel Trost gibt.

00:07:43: Wenn ich jetzt aber jemand bin der eigentlich Vielleicht sich schwer tut, an Gott zu glauben oder eben nicht in die Kirche geht.

00:07:51: Wie stelle ich mich dann?

00:07:52: Also darf ich so einen Psalm für mich als Bild nutzen, obwohl ich vielleicht mit der Kirche gar nichts zu tun habe?

00:08:02: Selbstverständlich!

00:08:03: Die Sprache baut auch auf, auch ohne dass ich einen unmittelbaren Gottesglauben habe... der Becher fließt über, der Tisch ist mir gedeckt.

00:08:15: Ich fühle mich sicher hier kann mir keiner was anhaben.

00:08:20: das sind ja Bilder.

00:08:21: die Menschen die in Not sind brauchen nicht also so etwas nach zu empfinden nachzufühlen dem nachzugehen.

00:08:30: Das ist eine Sprache die spricht unmittelbar jeden an.

00:08:33: Ja und es ist

00:08:33: immer schön

00:08:34: wenn du eben auch sagst dass Gott ein Ort ist und wir dann diesen Psalm hören Dann ist es eben auch weg von diesem alten weiß man auf der Wolke Der natürlich auch irgendwie dann viel zu eng gegriffen ist und sicherlich nicht für viele eine Antwort parat hält.

00:08:51: Aber solch ein Ort, der mir Trost und Sicherheit gibt, kann das schon sein?

00:08:57: Ist es da wieder, dass man Gott tut

00:09:01: in dem Mann?

00:09:02: Ja!

00:09:03: Wenn ich den Gottesnamen Hammer komme, also Ord nenne, dann ist das gleichzeitig die Einladung dazu... Ich möge für andere zu einem solchen Ort werden.

00:09:17: Oder ich möge dazu beitragen, dass es Orte des Aufatmens für anderen Menschen gibt.

00:09:24: Aber zunächst mal ist es... Erstmal ist das zugesprochen!

00:09:27: Also erst einmal ist es kein Engagement sondern einfach, ich darf mich hineinfallen lassen in diese Worte und ich muss auch mal nichts tun.

00:09:35: Das Wort Ruhe kommt ja in dem Seim vor.

00:09:40: Betten und darf mich mal fallen lassen.

00:09:42: Das ist auch ein sehr wichtiges Anliegen, glaube ich der Bibel dass man auch mal zur Ruhe kommen darf und muss mal nichts tun und es ist trotzdem etwas da und das ist etwas für mich bereitet.

00:09:55: Also sie darf verlassen können und sich darauf auswohnen können, das brauchen wir ja auch manchmal.

00:10:00: Wir haben eben von der letzten Sendung von Schwächen gesprochen.

00:10:04: ich muss auch sagen dürfen ich darf mich auch mal fallen lassen.

00:10:08: Ich muss nicht immer engagiert

00:10:11: sein.

00:10:11: Ich kann auch einfach irgendwo dran hängen oder einen Ort suchen an dem ich dann geschützt bin.

00:10:17: Ein

00:10:17: Ort an dem aufatmen kann.

00:10:20: Also ein wunderschönes Bild für zwischenmenschliche Beziehung.

00:10:25: und so wie Ray Oldenburg den dritten Ort beschrieben hat, da geht die Bibel noch ein Stückchen weiter ist nicht sehr schönere Bilder dafür gefunden.

00:10:33: er hat das wissenschaftlich formuliert aber solche Bilder dazu zu finden ihr seht sich am Tisch Und hier ist alles bereitet dass es einfach Einfach schöne Poesie nicht Gottespoesie natürlich

00:10:46: Wunderschön.

00:10:47: Ich danke dir ganz herzlich für dieses Bild und diese Idee, Gott als Ort sicherlich dann einfach nochmal ganz anders denken und empfinden zu können.

00:10:58: Das ist eine wunderbare Art sich näher zu können und so bleiben wir auf jeden Fall neugierig!

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