Trauma-Therpaie nach Markus ... Wie überwindet man Ängste?

Shownotes

Im LOGO Podcast "Was glaubst du denn?" gehen Katrin Wolf und Jutta Lehnert gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise rund um den christlichen Glauben. Mit einem neugierigen Blick und einer tiefen Verwurzelung in biblischem Wissen beleuchten sie aktuelle Fragen und zeitlose Themen.

In dieser Folge geht es um Angst. Welche Dinge versetzen uns in Angst und können wir dagegen etwas tun? Wie können wir mit unseren Ängsten umgehen und sie überwinden? Begleite uns auf der spannenden Entdeckungsreise durch die Bibel und erfahre, welche Methoden zum Umgang mit der Angst wir aus ihr lernen können.

Katrin Wolf, Schauspielerin, Künstlerin und Journalistin, hinterfragt mit Neugierde und Offenheit die Grundlagen des Glaubens. Jutta Lehnert, Theologin und erfahrene Pastoralreferentin, bringt ihre Leidenschaft für die Bibel und ihr Engagement aus der Jugendarbeit mit ein.

Freue dich auf eine unterhaltsame, inspirierende und tiefgründige Mischung aus Gesprächen über Glauben, Alltag und persönliche Erfahrungen. Entdecke mit uns, was der Glaube heute bedeuten kann – und wie er deinen Alltag bereichern kann.

Höre rein und lasse dich inspirieren!

Mehr Inspirationen und Impulse findest Du auch unter: www.logo-buch.de/logo-aktiv/

Transkript anzeigen

00:00:00: Was glaubst du denn?

00:00:02: Wir sind's wieder!

00:00:03: Jutta Leonhard, Theologin.

00:00:05: Und

00:00:05: Katrin Wolf, Journalistin und Künstlerin.

00:00:08: Und wir suchen Antworten auf Fragen von heute in der Bibel... ...und eine Frage muss man sich dieser Tage stellen oder stellen sich wirklich viele Wie soll ich noch umgehen mit dem was mir Angst macht?

00:00:22: Es ist so viel diese Klimakatastrophe die politische Situation Und natürlich auch die wirtschaftliche.

00:00:30: Manche trauen sich schon gar nicht mehr, Nachrichten zu schauen.

00:00:34: und bevor man die Hoffnung verliert frag ich dich ganz direkt Jutta.

00:00:38: Finden wir tatsächlich in der Bibel Antworten oder zumindest Möglichkeiten wie mit einer solchen Situation umgehen können wie wir die Hoffnungen nicht verlieren?

00:00:50: Ja man könnte schon verzweifeln oder sich runterziehen lassen und den Mut verlieren.

00:00:58: Da gebe ich dir recht, also dass wenn man den rein sieht der noch fast nur ein Rindsaal ist Das macht schon Angst.

00:01:06: Also es ist schon eine klare klar benennbare Angst Und da fängt schon die erste die Lösung schon an.

00:01:13: aber Ich würde gerne Ein Geschichte aus der Bibel zitieren oder erzählen wie das Marcus Evangelium uns an Jesus vorstellt, der genau dahin geht wo es wehtut.

00:01:29: Selbst wenn man ganz kurz zu einem Ordnero Markus Evangelium...

00:01:32: Ja, dass Markus Evangeliums ist um siebzig herum entstanden und er greift in seinem Text, stellt er uns einen Jesus vor der schon in der Zeit des jüdischen Krieges agiert.

00:01:46: Der Krieg ist ja später, Jesus ist da schon lange tot aber trotzdem verbindet Markus die gerade erlebte Kriegserfahrung in Palästina mit dem Leben Jesu, mit dem Weg Jesu durch Palästeine.

00:01:58: also das macht er ganz interessant weil es auch... Er benutzt im Grunde genommen seine Jesusgestalt um Traumata zu bearbeiten, um erfahrene Katastrophen und die Trauer zu bearbeiten.

00:02:14: Da hilft ihm dieser Jesus!

00:02:15: Das macht er Markus.

00:02:18: Ja das ist sehr gut gemacht finde ich weil die Geschichte, die ich jetzt erzähle bei Gerasa, dass schlimme die Katastrophe also der Kriegszug In des Westpasian ist da noch gar nicht passiert, als Jesus das an Römischer Hauptmann oder der Oberfeldmarschall der Römer gewesen.

00:02:39: Der hat diesen Kriegszug durch Palästina durchgeführt.

00:02:42: Das ist aber noch gar nichts geschehen.

00:02:44: Jesus ist schon lange tot, als das geschieht und dennoch greift.

00:02:47: Markus bearbeitet in seinem Evangelium diese Geschichte denn er erzählt davon dass es in der Gegend von Gerasa einen Menschen gibt, der sich hin und her wirft auf dem Boden.

00:03:00: Der von bösen Geißern.

00:03:01: man nennt das Dämonen!

00:03:03: Man hat ja kein Krankheitsbild wie heute Depression oder Angstzustände.

00:03:08: Diese Psychologie kennt die Bibel noch nicht diese medizinischen Begriffe von heute also schwer traumatisiert sondern er beschreibt uns als ein Mensch, der dort in den Gräbern lebt und schreit und sich hin- und herwirft und nicht einfach ausweist.

00:03:24: Und Jesus geht genau dahin.

00:03:27: Also er könnte ja einen Bogen machen, er müsste nicht in diese Gegend gehen.

00:03:32: Aber er geht auf ihn zu!

00:03:34: Er geht also genau da hin wo es weh tut, wo man die Katastrophe erlebt hat und geht auf die Indikatastrophe hinein.

00:03:42: Er geht auf den zu und dann spricht er ihn an

00:03:47: diesen

00:03:47: rasenden Menschen Es ist jetzt in biblischer Bildsprache beschrieben, er fragt die Geister, die ihn besessen haben.

00:03:59: Die Bibel hat wie gesagt keine medizinischen Begriffe.

00:04:02: Wie is dein Name?

00:04:04: Wie heißt ihr?

00:04:06: und da schreit er Legionen!

00:04:09: Das heisst also, die römischen Soldaten sind Schuld an seinem Traume, an seiner tiefen Verletzung, an seinen Angstzuständen.

00:04:19: Und damit ist das die erste Tat schon getan.

00:04:21: Also wenn man über Katastrophen spricht und an Katastrofen herangeht, muss man sie benennen!

00:04:29: Man muss die Ursachen benennen, man muss eine Analyse betreiben.

00:04:34: Was hat das hervorgerufen?

00:04:36: Denn wenn ich das klar sehe dann habe ich den ersten Blick darauf.

00:04:41: was könnte auch zu einer Lösung beitragen?

00:04:44: und ich komme vor allen Dingen aus der Lähmung heraus.

00:04:47: also ich muss die Dinge Sehr klar beim Namen.

00:04:50: Und hier ist der Name Legion, also die Hundertschaft von römischen Soldaten.

00:04:55: Die haben das verursacht was hier geschehen ist dieses Trümmerfeld diese traumatisierten Menschen die vor lauter Angst nicht mehr wissen wohin und Jesus geht genau dahin?

00:05:05: Ja, aber wenn ich da jetzt mal nachfragen darf du hast eben selber das Wort Trauma und Bewältigung ja auch schon genannt.

00:05:13: Und das ist ja doch eine Situation wo zwei Menschen aufeinandertreffen und aufeinander reagieren.

00:05:19: Aber was wir erleben also das was ich auch eingangs als diese Katastrophenstimmung nannte Das ist ja eben doch dieses große globale, womit dann plötzlich Fragen wie Kapitalismus oder eben Umweltzerstörung verbunden sind.

00:05:36: Wo ich als einzelne ja das Gefühl habe Ich bin vollkommen machtlos und also Ich kann das zwar für mich analysieren, ich kann mich bilden über die Situation wie eins zum anderen kommt.

00:05:50: Aber ich kann ja nicht Herrn Putin anrufen und sagen hör auf!

00:05:54: Nein.

00:05:55: aber wir unterschätzen trotzdem was der Einzelne bewirken kann.

00:06:00: also wir haben immer Angst ich komme nicht an Putin ran ich kann dem Trump nicht sagen was Sache ist und Weltläufe geschehen einfach so an mir vorbei.

00:06:10: Das ist ein Teil der Wahrheit, aber nur ein Teil.

00:06:13: Der andere Teil ist ich muss mich trotzdem ins Engagieren bringen.

00:06:18: Ich muss trotzdem sagen... ...ich muss über meinen Wasser verbrauchen nachdenken!

00:06:22: Ich muss über mein Engagement nachdenkeln!

00:06:25: Was kann ich dazu beitragen?

00:06:27: Kann ich Menschen finden mit denen ich mich verbünden

00:06:30: kann?!

00:06:31: Gibt es Leute die eine gute Idee haben mit denen an die ich mich dranhängen

00:06:35: kann!?

00:06:35: Also ich kann ja nicht einfach sagen Es läuft so und Ich bin machtlos.

00:06:40: Natürlich sind wir klein, natürlich können nicht die großen Veränderungen sofort bewirken.

00:06:46: aber dennoch das ist auch eine Wahrheit es braucht im Grunde genommen nur dreißig Prozent einer Mehrheit um Dinge zu bewirkeln.

00:06:54: Nicht also mehr braucht es nicht um etwas wirklich anzustoßen.

00:06:58: Das ist so, das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

00:07:00: man braucht keine großen Mehrheiten Aber eine gute Idee einen guten Gedanken und den Mut, nein zu sagen.

00:07:09: wo ich sage hier muss nein ausgesprochen werden.

00:07:12: Und ihr musst das auch laut ausgesprochen.

00:07:15: Du

00:07:15: hast jetzt aber gerade etwas sehr spannendes gesagt wo ich nochmal nachfragen möchte.

00:07:19: also wenn man sich aufmacht und versucht den mut zusammenzubringen aber sich nicht stark genug fühlt um sich diesen ding entgegenzustellen oder Man ist ja auch nicht jeden Tag gleich stark.

00:07:33: Es ist dann in Ordnung, sich jemanden zu suchen, sich an jemandem dranzuhängen.

00:07:39: Wenn ich es richtig verstehe, ist die Jesus-Bewegung im Grunde genommen auch so etwas wie suche mir einen Stärkeren und suche dann halt in dieser

00:07:48: Gruppe?

00:07:49: Ja genau darum geht es ja!

00:07:51: Nicht jeder ist stark und man isst auch nicht jedem Tag stark.

00:07:55: Selbst wenn sie stark sind, sind dich jeden Tag stark.

00:07:59: Man muss Verbündete suchen und man muss auch Schwächen zugeben können.

00:08:03: Das gehört mit dazu, also das denke ich ist eine wichtige Sache dass man eine gemeinsame Stärke findet in der man selbst auch mal schwach sein darf und auch sein kann.

00:08:15: Es gibt noch einen weiteren Trick Ich sage das mal ein Trick des Markus Evangelium.

00:08:21: Das Trick ist vielleicht ein bisschen zu billig gesagt aber Markus erzählt seinen Evangelium Und es ist die Art, etwas zu erzählen und zuzuhören und zu Gehör zu bringen bis es nicht mehr so wehtut.

00:08:40: Also was ins Wort gebracht wird, was ausgesprochen wird, Was ernst genommen, was gehört wird Wir wissen das aus der Dramatherapie.

00:08:51: Man kann erzähln und erzählnd bis der Schmerz nicht mehr SO tief.

00:08:58: Man kann sich aus dem Schmerz heraus erzählen und dann Kraft gewinnen, um wieder zum Handeln zu kommen.

00:09:07: Das gehört ja zur Therapie dazu.

00:09:10: Und so ähnlich funktioniert das Markus Evangelium.

00:09:12: also etwas erzählen bis es nicht mehr so wehtut wie im ersten Moment.

00:09:21: Ich glaube dass ist auch eine wichtige Strategie.

00:09:25: wir müssen sind einfach weghören und wegschauen, sondern die Realität an uns herankommen lassen in die Realitäten hineingehen.

00:09:34: Das kann man wie gesagt nicht immer, nicht jeden Tag aber mit dem Rücken zur Realität finden wir gar keine Lösung.

00:09:42: Und wenn es nur kleine Dinge sind wo ich weiß wie ich persönlich mich richtig verhalten kann vernünftig verhalten ist schon ein erster Schritt gewonnen

00:09:53: Also handlungsmächtig.

00:09:54: Ja, das führt außer Depression und es macht die Katastrophen, die so übergroß uns überrollen zerlegt sie aber in einzelne Schritte wo ich doch etwas tun kann.

00:10:11: ja also ich komme nicht mehr ganz so überrollt und wehrlos klein gemacht vor.

00:10:18: Also das wäre ein wichtiger Schritt.

00:10:20: und wie gesagt Jesus geht dahin, genau da rein wo sich vielleicht jemand nicht trauen würde zu sagen oder man würde sagen Geh da nicht hin!

00:10:31: Da sind nur verletzte Menschen.

00:10:34: Das ist so viel dass wirklich überfordert da kannst du gar nichts machen.

00:10:38: aber es ist nicht so.

00:10:40: der die Legion fährt von ihm aus.

00:10:43: Ja,

00:10:44: Jesus ist aber ja schon einfach sehr stark!

00:10:47: Aber meinst du das dieses Markus-Evangelium eben auch deswegen so geschrieben ist um uns den Hinweis zu geben dass wir ins Tun kommen sollen?

00:10:58: und also ist es letztendlich ist Glaube

00:11:04: tun

00:11:04: Handlung?

00:11:05: Ja, aber es ist nicht so vollmundig geschrieben... Die Sprache, die er verwendet ist nicht so simpel und vollmundig sondern ertastet sich langsam heran.

00:11:18: Oder auch witzig!

00:11:20: Diese Legion oder diese Geister oder Dämonen fahren dann aus dem Menschen außen.

00:11:25: sie fahren in eine Schweineherde.

00:11:27: also das ist ein bisschen witzigt.

00:11:30: Es gehört auch Humor glaube ich auch dazu.

00:11:34: Ja, die Schweine flippen völlig

00:11:38: aus.

00:11:38: Die laufen den Berg runter und saufen alle im See.

00:11:42: Wo vorher die vielen toten Leichen drin geschwommen sind... Da sind jetzt die römischen Soldaten, die überleben diesen Witz nicht!

00:11:54: Es geht darum, aus einer Form des Erzählens auch Kraft zu schöpfen.

00:11:59: Also wie wird etwas erzählt?

00:12:01: Ja also zu sagen man geht mitten hinein Man nimmt die eigene Realität ernst, man nimmt das mit und versucht etwas zu verwandeln.

00:12:10: Und schon allein das Erzählen kann Mut machen.

00:12:14: Das erzählen kann zum Lachen reizen Wieder den Kopf frei machen, es kann die Trauer bannen.

00:12:22: Es kann die bösen Geister bannen.

00:12:25: also die Art und Weise was erzählt wird hilft auch schon.

00:12:29: Ja ich möchte dann noch erweitern denn ich denke dass kreatives tun auch etwas sein kann das menschen an dieser stelle immer unglaublich hilft.

00:12:39: also die sprache das erzählen ist sicherlich das eine aber sei es bildermalen Tanzen, also einen kreativen Ausdruck suchen und damit etwas erschaffen.

00:12:55: Also es gibt einen Maler Otto Dix der hat so in den neunzehnhundertzwanziger Jahren gelebt, der sagte auch alle Kunst ist Bannung denn indem wir es quasi visualisieren oder uns dafür ein Gegenüber schaffen können wir es betrachten Und damit ist es nicht mehr so übergroß und macht nicht mehr ganz so viel

00:13:17: Angst.

00:13:18: Kinder singen ja im Dunkeln, also ich habe das oft bei Nachtwanderungen erlebt um die Angst zu bannen vor dem dunkelen Wald.

00:13:27: Wir durften ja keine Taschenlampe mitnehmen sondern mussten wirklich durch das Dunkel gehen.

00:13:31: Das war ein bisschen nachspüren.

00:13:33: Die fingen immer an zu singen.

00:13:34: Also da ist...

00:13:35: Ja vielleicht müssen wir uns sowas auch erstmal eingestehen?

00:13:38: Also diese Angst wirklich auch für uns selber wirklich ernst nehmen und damit umgehen und lernen zu singen.

00:13:46: Du hast in diesem Zusammenhang mal etwas gesagt, das mich jetzt wirklich sehr, sehr berührt hat?

00:13:52: Du hast gesagt der größte Widerstand ist Freundschaft leben!

00:13:59: So ist es ganz genau.

00:14:01: Freundschaften begründen, Freundschaft pflegen... Das ist es, ganz genau.

00:14:06: Ja, das ist wirklich schön.

00:14:09: Wir nehmen das als Schlusswort und nehmen es vielleicht auch mit auf in unsere Seele und in unser tägliches Handeln.

00:14:17: Freundschaft leben Das finden wir also tatsächlich Antworten in den heiligen Schriften Und das ist gut so!

00:14:24: Insofern freuen wir uns sehr auf das nächste Thema der dritte Weg.

00:14:30: Damit bleibt ihr ganz sicher neugierig.

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